Sehenswertes
Wassermühle Kasube
Zum ehemaligen "Amt" Oebisfelde gehörten ursprünglich sechs Wasser- und fünf Windmühlen. Zwei der Windmühlen standen in der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße (heute Geschwister-Scholl-Straße). Die nun unter dem Namen "Wassermühle Kasube" bekannte Vor- oder Rittermühle ist die einzige erhaltene Mühle überhaupt.
Erstmals urkundlich erwähnt wird die Wassermühle wahrscheinlich im Jahre 1333. Die Oebisfelder Chronik von Theodor Müller zeigt eine Urkunde, in der von einer Mühle "auf einer Insel" die Rede ist. Dabei könnte es sich um das Land zwischen den beiden Allerarmen handeln.
Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wechselt die Mühle mehrfach den Besitzer. 1904 erweitert Carl August Werner das Mühlengebäude um ein drittes Stockwerk. 1925 will er das gesamt Gebäude abreißen und neu errichten lassen. Die Baupläne dazu fertigt Maurermeister Schmerschneider aus Oebisfelde an. Werner geht jedoch konkurs.
1927 erwirbt Gustav Kasube die Mühle und vollendet den Neubau mit moderner Mühlentechnik der Firma G. Luther AG, Braunschweig. Nun können 10 bis 12 Tonnen Getreide verarbeitet werden. Da das Wasserrad nicht mehr ausreicht, wird eine 60-PS-Sauggasmotor-Anlage der Maschinenfabrik Ferdinand Roth aus Magdeburg installiert. 1936 bricht das Wasserrad zusammen, es wird daher eine Oßberger Niederdruck-Turbine als Zusatzantrieb für den Lottaro-Schrotgang eingebaut.
1938 stirbt Gustav Kasube, sein Sohn Erich übernimmt den Mühlenbetrieb in einer Erbengemeinschaft. Das alte Lagergebäude wird abgerissen und durch einen zweistöckigen Neubau mit innenliegendem Getreide-Großsilo ersetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges wird die Kapazität der Mühle aufgrund des gesteigerten Bedarfs auf 12 bis 15 Tonnen erhöht. Nach Kriegsende wird der Antrieb auf einen 44kW/500 V - Gleichstrommotor umgestellt, das Lagergebäude wird um ein drittes Stockwerk erweitert.
1968 geht Müllermeister Erich Kasube in den Ruhestand. Da es keine Erben als Betreiber gibt, wird die Mühle stillgelegt. Ab 1991 steht die Mühle zum Verkauf. Nachdem 1993 bzw. 2001 mit Frieda Herrmann, geb. Kasube, und Ilse Kasube, geb. Voigt, die Schwester und Ehefrau Erich Kasubes versterben, wechselt die Wassermühle in den Besitz der Pastorentochter Elisabeth Müller aus Oebisfelde.
Heute kann die Wassermühle Kasube traditionell zum Tag des Offenen Denkmals im September oder nach Voranmeldung unter Telefon (0 53 55) 4 64 besichtigt werden.
Quelle: Helmut Zerbe, Die Wasser- und Windmühlen des ehemaligen Amtes Oebisfelde, 2005.
Erstmals urkundlich erwähnt wird die Wassermühle wahrscheinlich im Jahre 1333. Die Oebisfelder Chronik von Theodor Müller zeigt eine Urkunde, in der von einer Mühle "auf einer Insel" die Rede ist. Dabei könnte es sich um das Land zwischen den beiden Allerarmen handeln.
Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wechselt die Mühle mehrfach den Besitzer. 1904 erweitert Carl August Werner das Mühlengebäude um ein drittes Stockwerk. 1925 will er das gesamt Gebäude abreißen und neu errichten lassen. Die Baupläne dazu fertigt Maurermeister Schmerschneider aus Oebisfelde an. Werner geht jedoch konkurs.
1927 erwirbt Gustav Kasube die Mühle und vollendet den Neubau mit moderner Mühlentechnik der Firma G. Luther AG, Braunschweig. Nun können 10 bis 12 Tonnen Getreide verarbeitet werden. Da das Wasserrad nicht mehr ausreicht, wird eine 60-PS-Sauggasmotor-Anlage der Maschinenfabrik Ferdinand Roth aus Magdeburg installiert. 1936 bricht das Wasserrad zusammen, es wird daher eine Oßberger Niederdruck-Turbine als Zusatzantrieb für den Lottaro-Schrotgang eingebaut.
1938 stirbt Gustav Kasube, sein Sohn Erich übernimmt den Mühlenbetrieb in einer Erbengemeinschaft. Das alte Lagergebäude wird abgerissen und durch einen zweistöckigen Neubau mit innenliegendem Getreide-Großsilo ersetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges wird die Kapazität der Mühle aufgrund des gesteigerten Bedarfs auf 12 bis 15 Tonnen erhöht. Nach Kriegsende wird der Antrieb auf einen 44kW/500 V - Gleichstrommotor umgestellt, das Lagergebäude wird um ein drittes Stockwerk erweitert.
1968 geht Müllermeister Erich Kasube in den Ruhestand. Da es keine Erben als Betreiber gibt, wird die Mühle stillgelegt. Ab 1991 steht die Mühle zum Verkauf. Nachdem 1993 bzw. 2001 mit Frieda Herrmann, geb. Kasube, und Ilse Kasube, geb. Voigt, die Schwester und Ehefrau Erich Kasubes versterben, wechselt die Wassermühle in den Besitz der Pastorentochter Elisabeth Müller aus Oebisfelde.
Heute kann die Wassermühle Kasube traditionell zum Tag des Offenen Denkmals im September oder nach Voranmeldung unter Telefon (0 53 55) 4 64 besichtigt werden.
Quelle: Helmut Zerbe, Die Wasser- und Windmühlen des ehemaligen Amtes Oebisfelde, 2005.







